Wassily Kandinsky - Biographie, Bilder, Fotos, Bucher 


10 verschiedene Werke

Komposition, 1944 Malerei XIII. Katakomben. Römisches Grab, 1928 Murnau - Untermarkt, 1908 Murnau, Gabriele Münter beim Malen, 1909 Moskau. Smolensky Boulevard. Etüde, 1916 Schaukel, 1925 Konglomerat, 1943 Improvisation 33 (Orient 1), 1913 Quer und Hoch, 1927 Untitled Improvisation V, 1914

10 verschiedene Fotos

Kandinsky und Josef Albers, 1920 , 1913 , 1913 , 1926 , 1872


Biographie

Beginn. Moskau. 1866-1896

Wassily Wassiljewitsch Kandinsky wurde am 16.greg. (4.jul.) Dezember 1866 in Moskau, in einer wohlhabenden intelligenten Familie eines Geschäftsmannes geboren. 1871 zog die Familie nach Odessa, wo sein Vater eine Teefabrik verwaltete. Dort, neben dem Besuch des klassischen Gymnasiums, lernt der Junge das Klavier- und Cellospiel und erhält Zeichnen- und Malunterricht von einem privaten Lehrer. "Ich erinnere mich, dass das Zeichnen und etwas später die Malerei mich aus den Bedingungen der Wirklichkeit ausbrachen", - schrieb er nachher. Schon in Kinderarbeiten von Kandinsky kamen sehr unkonventionelle Farbkombinationen vor, die er damit erklärte, dass "jede Farbe ihr geheimnisvolles Leben lebt".

Die Eltern von Wassily wollten aber, dass er in Zukunft Jurist wird. 1886 fährt er nach Moskau, wo an der juristischen Fakultät der Universität Moskau studiert. Sechs Jahre nach dem erfolgreichen Hochschulabschluß heiratet Wassily seine Cousine Anna Tschemiakina. 1893 wird er Dozent der juristischen Fakultät und bleibt dort zum unterrichten. Im Jahr 1896 bietet die berühmte Dorpater Universität in Tartu, wo damals die Russifizierung erfolgte, dem dreißigjährigen Kandinsky eine Professur für Rechtswissenschaften an, aber gerade zu dieser Zeit entscheidet er sich, die vielversprechende Karriere zu verlassen und sich ganz der Malerei zu widmen. Später erinnerte sich Kandinsky über zwei Ereignisse, die diese Entscheidung beeinflussten: erstens, der Besuch der Ausstellung von französischen Impressionisten in Moskau im Jahr 1895 und die umwerfende Wirkung des Bildes von Claude Monet " Getreideschober", und zweitens, der Eindruck von der Oper von Richard Wagner "Lohengrin" im Bolschoi Theater.

Metamorphosen. München. 1896-1911

Im Jahr 1896 zieht er nach München, welches damals als eines der Zentren der europäischen Kunst galt, und beginnt das Studium an der berühmten Privatschule vom jugoslawischen Maler Anton Azbè, wo er erste Fertigkeiten in der Komposition, in der Arbeit mit der Linie und Form bekommt. Sehr bald aber kann die Schule seine Bedürfnisse nicht mehr befriedigen. Später wird der Maler schreiben: "Oft kann ich der Versuchung nicht wiederstehen, einen Unterricht "zu versäumen" und mit dem Farbkasten in Schwabing, in den Englischen Garten oder in die Parks an der Isar zu gehen". 1900 nach dem misslungenen Versuch des vorhergehenden Jahres beginnt Kandinsky an der Kunstakademie München bei Franz von Stuck, "dem ersten deutschen Zeichner" zu studieren. Der Meister ist mit dem Schüler zufrieden, aber hält seine Palette viel zu hell. Um seine Forderungen zu erfüllen, schreibt Kandinsky ein ganzes Jahr ausschließlich im Schwarz-Weißgamma und "studiert die Form als solche".


In dieser Periode lernt Kandinsky die junge Künstlerin Gabriele Münter kennen, und 1903 trennt er sich von seiner Frau Anna Tschemiakina. Die folgenden fünf Jahre begibt er sich zusammen mit Gabriele auf Reisen durch Europa, wo sie sich mit der Malerei beschäftigen und an Ausstellungen teilnehmen. Wenn sie nach Bayern zurückkehren, ziehen sie in das kleine Städtchen Murnau am Fuß der Alpen. Es fängt die Etappe der intensiven und fruchtbringenden Suche an. Die Arbeiten dieser Jahre sind hauptsächlich Landschaften, die mit Farbendissonanzen gestaltet sind. Das Spiel der Farbenflecke und Linien verdrängt die Gestalten der Realität ("Achtyrka. Herbst. Skizze", 1901; "Schleuse", 1901; "AltStadt", 1902; "Der Blaue Reiter", 1903; "Strandkörbe in Holland", 1904; "Murnau. Burghof ", 1908). Im Laufe dieser Jahre wendete er sich an die russische märchenhafte alte Sagenzeit und schaffte zauberhafte Gestalten ("Der Russische Reiter", 1902;" Russische Schöne in Landschaft ", 1904), geheimnisvollen Legenden über slawische hölzerne Städte ins Sichtbare umwandeln ("Russisches Dorf am Fluss mit Krahen", ungefähr 1902;" Zur Stadt", ungefähr 1903).


"Der Blaue Reiter". 1911-1914

Die aktive schöpferische Tätigkeit, das Organisationsprinzip machten Kandinsky immer ein Anziehungszentrum von allem Intellektuellen, Unruhigen, Suchenden, was in der Welt der Kunst jener Zeit war. So gründet er schon im Jahr 1901 in München die Künstlervereinigung "Phalanx" und organisiert die dazugehörige Schule, wo er selbst unterrichtet. In vier Jahren veranstaltet Kandinsky zwölf Ausstellungen von Mitgliedern der "Phalanx". 1909 gründet er zusammen mit Jawlensky, Kanoldt Kubin, Münter und anderen "die Neue Künstlervereinigung München" und übernimmt den Vorsitz. Das Kredo der Gesellschaft: "Jeder Teilnehmer nicht nur weiß, wie zu sagen, aber weiß auch, was zu sagen". Seit 1900 nimmt Kandinsky an den Ausstellungen der Moskauer Künstlergesellschaft , 1910 und 1912 in den Ausstellungen der Künstlervereinigung "Karo-Bube" teil. Außerdem veröffentlicht er die künstlerisch-kritischen "Briefe aus München" in den Zeitschriften "Welt der Kunst" und "Apollo" (1902, 1909). 1911 gründet Kandinskiy zusammen mit dem Freund, Maler Franz Marc die Gruppe "Der Blaue Reiter". Nach den Worten von Kandinsky, "die Betonung wurde auf der Erhebung der assoziativen Eigenschaften von der Farbe, Linie und Komposition, und es wurden dabei so verschiedene Quellen, wie romantische Theorie der Farbe Goethe und Phillip Runge, "Jugendstil" und Theosophie von Rudolf Steiner herangezogen".

"In keine andere Zeit entwickelte sich die Malerei von Kandinsky so intensiv, wie in den Münchener Jahren, - schrieb M.C. Lakoste. – Es ist manchmal schwierig zu verstehen, warum wählte der Wegbereiter der abstrakten Malerei die Bildinhalte zunächst, die für Biedermeier typisch sind – die Wedel, Reifröcke, Reiter. Für weder konventionell noch geleckt kann den Stil seiner frühen Werke keineswegs gelten, aber nichts in ihnen kündigte noch die radikale Erneuerung der Malerei an. Es ist bekanntlich aber, dass nur wenige Maler können die Originalität in der Form und im Inhalt gleichzeitig zeigen. Für Kandinsky war es zuerst wichtig, eigene Möglichkeiten des Ausdruckes zu prüfen. Obwohl der "Abend" (1904-1905) die Originalität reichlich besetzt, ist es jedoch schwierig zu vorstellen, dass ihn der Maler schaffte, der in fünf-sechs Jahren das erste in der Kunstgeschichte abstrakte Werk (1910) ins Leben rufen wird. Was für eine große schöpferische Kraft sollte in Kandinsky sein! Was für eine intensive Evolution ab 1908 bis 1914 - von landschaftlichen Bilder, obwohl schon frechen nach der Farbe und Form, aber immer noch treuen den Beobachtungen der Natur, wie "Murnau, Häuser am Obermarkt" (1908), bis zur chaotischen Etüde unter dem Titel "Schlucht" (1914) und unruhigen Kompositionen in der Serie des Wandbildes "Jahreszeiten" im Guggenheim Museum ("Herbst"). Es wäre schwierig die Handschrift desselben Malers in den noch vollkommen gegenständlichen "Kreuzrittern" (1903) und in solcher abstrakten Arbeit, wie "Komposition VII", 1913, ungeachtet von ihrer allgemeinen Dynamik zu erraten. Hier ist ein unfreier Stoß, dort – eine befreite Bewegung".

In dieser Zeit beschäftigt sich Kandinsky mit Literatur und Publizistik. 1912 erscheint das Buch "Über das Geistige in der Kunst". Dieses Buch revolutionierte die ganze vorherrschende Vorstellung über die Kunst und wurde eine erste theoretische Grundlegung von Abstraktionismus. Nachdem der Künstler auf dem Gedanken gekommen war, dass "die Ziele (und deshalb auch die Mittel) der Natur und der Kunst organisch, wesentlich und ontologisch verschieden sind - und gleich groß... und gleich stark sind", proklamierte er den schöpferischen Prozess "als Selbstausdruck und Selbstentwicklung des Geistes". Kandinsky schreibt auch die Erinnerungen "Rückblicke" (1913; in der russischen Übersetzung - " Stufe"), die Gedichtsammlung "Laute" (1913) mit 55 schwarz-weißen und farbigen Lithographien.

Rückkehr nach Rußland. 1914-1921

Nach Beginn des Weltkrieges kann Kandinsky als russischer Staatsbürger in Deutschland mehr nicht bleiben. Am 3. August 1914 fahren sie mit Gabriele nach der Schweiz, wo Kandinsky die Arbeit an das Buch über "den Punkt und die Linie" anfängt. Zum November dieses Jahres trennen sie sich. Gabriele kehrt nach München zurück, und Kandinsky fährt nach Moskau. Im Herbst 1916 lernt Kandinsky Nina Andrejewsky kennen, die Tochter des russischen Generals, die er in Februar 1917 heiratet. In diesen Krisenjahren der Revolution schwankt Kandinsky zwischen Sprache der Halbabstraktionen, impressionistischen Landschaften und romantischen Phantasien. In abstrakten Bildern verstärkt sich die Geometrisierung von abgesonderten Elementen, deren Grund erstens in eigener Prozess der Vereinfachung, und zweitens – in der avantgardistisch-künstlerischen Atmosphäre in Moskau jener Zeit liegt.

In Rußland ist Kandinsky in der Richtung von der nachrevolutionaren kulturellen-politischen Entwicklung. Ab 1918 bis 1921 arbeitet er mit der Abteilung der visuellen Künste (IZO) des Kommissariats für Volksbildung im Bereich der künstlerischen Pädagogik und der Museumsreform zusammen. Zwischen 1919 und 1921 erscheinen seine sechs großen Artikel. Als Vorsitzender der gesamtrussischen Ankaufskommission beim Museumsbüro der Abteilung IZO des Kommissariats für Volksbildung nimmt an der Organisierung von zwanzig zwei provinziellen Museen teil. Aber der größte Einfluss leistet Kandinsky als Lehrer von Moskauer „Swomas“ (Freien Werkstätten, russische Transkription Swobodnye Masterskye), und später „Wchutemas“ (Höhere Künstlerisch-Technische Werkstätten). Seit Oktober 1918 ist er Professor dieser Schule und erarbeitet einen speziellen Lehrplan, der auf der Farb- und Formanalyse gegründet ist, das heißt die Ideen entwickelt, die im Buch „Über das Geistige in der Kunst" ausgesprochen sind.

Während der Organisierung und der Leitung vom Moskauer Institut für Künstlerische Kultur (Inchuk, Transkription: Institut chudoschestwennoj kultury) erarbeitet er auch einen auf seine Theorie gegründeten Lehrplan. Aber hier divergierten seine Meinungen und Meinungen vom Kollegium des Institutes. Die Kandinskys Gegner - Rodtschenko, Stepanowa und Popowa sind für eine genaue Analyse der Materialien, ihre konstruktive Anordnung und Gestaltung. Eine beliebige Erscheinungsform der Irrationalität im schöpferischen Prozess wird entschieden verneint. Kandinsky eifert gegen seinen Opponenten- Konstruktivist: "Wenn der Maler die abstrakten Ausdrucksmittel verwendet, bedeutet es noch nicht, dass er abstrakter Maler ist. Es bedeutet sogar nicht, dass er Maler ist. Es existieren nicht weniger tote Dreiecke (egal, ob sie weiß oder grün sind), als tote Hühner, tote Pferde und tote Gitarren. Es ist ebenso leicht, "ein realistischer Akademiker" zu werden, wie ein abstrakter Akademiker". Die Form ohne Inhalt ist keine Hand, sondern eine leere, mit der Luft gefüllte Handschuh". Die ständigen Angriffe der Kollegen-Maler, die seine Arbeiten hielten für einen "mißgestalteten Spiritismus" (Punin) sind eine entscheidende Voraussetzung für Kandinskys Abreise aus Moskau in Dezember 1921. Die Einschränkungen der Kunstfreiheit durch die sozialistische Ideologie, die später zum Erscheinen des sozialistischen Realismus brachten, fangen seit 1922 an. Die Bilder von Kandinsky werden aus sowjetischen Museen auf Jahre hinaus weggenommen.

Bauhaus. 1922-1933

Nach der Rückkehr nach Deutschland folgt Kandinsky der Einladung von Walter Gropius, Gründer des berühmten Bauhauses (Hochschule für Bau und künstlerische Konstruktion) und zieht mit Nina nach Weimar, wo Kandinsky die Werkstatt für Wandmalerei leitet. Er unterrichtet wieder und entwickelt neue Ideen. Das betrifft vor allem das intensive Studium der abgesonderten Elemente des Bildes, dessen Ergebnisse er im Jahre 1926 im Schrift "Punkt und Linie zu Fläche" einbringt. Kandinsky arbeitet auch viel und experimentiert mit der Farbe, die analytische Basis und die bekommenen Schlussfolgerungen in der Lehrtätigkeit verwendend. Das Schaffen von Kandinsky erleidet Veränderungen wieder: abgesonderte geometrische Elemente treten in den Vordergrund immer deutlicher, die Palette wird mit kalten Farbenharmonien besetzt, die als Dissonanz manchmal wahrgenommen werden, es wird der Kreis als sinnliches Symbol der vollkommenen Form besonders verwendet. "Komposition VIII", 1923 ist die Hauptarbeit der weimarischen Periode. Neben konzeptuellen Arbeiten, zu dieser Zeit schafft er phantasiereiche Kleine Welten für den Verlag "Propylon" und einige Brust-, "intime" Bilder, wie "Kleiner Traum in Rot", 1925. Kandinsky führt auch die Lektions- und Ausstellungstätigkeit in den USA, gründet zusammen mit Klee, Feininger und Jawlensky die Gruppe "Die Blaue Vier".

1925 wird Bauhaus in Weimar infolge der Angriffe der rechten Parteien geschlossen. Die zweite Periode vom Bauhaus in Dessau fängt unter sehr günstigen Bedingungen an: Kandinsky und andere Maler bekommen einige freie Klassen der Malerei, wo sie sich, außer dem Unterrichten, mit dem eigenen Schaffen beschäftigen können. "Gelb, Rot, Blau", 1925 ist eine der Zeichenarbeiten, die die Etappe "der kalten Romantik" in der Malerei von Kandinsky charakterisieren. "Der Kreis, den ich in letzter Zeit so oft verwende, kann man nicht anders als romantisch nennen. Und jetzige Romantik ist wesentlich tiefer, schöner, inhaltsreicher und wohltuender - sie ist das Stück des Eises, in dem das Feuer flammt. Und wenn Leute nur die Kälte und kein Feuer fühlen – tut mir das leid..." In Dessau lässt Kandinsky sich von romantischen Ideen "Gesamtkunstwerk" (die Idee der Synthese der Künste in einem Werk) aufs Neue hinreißen. Diese Ideen verwirklichen sich im Werk "Gelber Laut" und in der darstellenden Begleitung "der Bilder einer Ausstellung" von Mussorgsky.

Die Malerei von Kandinsky der letzten Jahre vom Bauhaus ist von der Leichtigkeit und dem seltsamen Humor geprägt, die in seinen späten Pariser Arbeiten wieder gezeigt sind. Zu ihnen kann man zum Beispiel das Bild "Launisches", 1930 zuordnen, das kosmisch-ägyptische Assoziationen ruft und von märchenhaften symbolischen Gestalten im Geiste von Paul Klee, dem Künstler, mit dem Kandinsky im Laufe dieser Jahre befreundet ist, voll ist. In der Zeit um 1931 wird eine großzügige Aktion der Nazionalsozialisten gegen das Bauhaus ausgezogen, die zu seiner Schließung im Jahr 1932 bringt. Kandinsky emigriert mit der Frau in Frankreich, wo ein neues Haus im Pariser Vorort Neuilly-sur-Seine bezog. Von 1926 bis 1933 hat Kandinsky 159 Ölbilder und 300 Aquarelle gemalt. Viele seiner Werke waren leider verloren, nachdem die Nazis die Malerei von Kandinsky und anderen Malern für "degenerativ" erklärt hatten.

Biomorphe Abstraktion. Paris. 1934-1944

Die Pariser künstlerische Umgebung reagiert auf das Erscheinen von Kandinsky zurückhaltend. Die Gründe dafür sind ihre Absonderung von ausländischen Kollegen und die Abwesenheit der Anerkennung abstrakter Malerei als solcher. Daraufhin lebt und arbeitet der Künstler zurückgezogen, steht in Kontakt nur mit alten Freunden. In dieser Zeit geschieht die letzte Umgestaltung seines malerischen Systems. Jetzt verwendet Kandinsky keine Kombination der Primärfarben und arbeitet mit gedämpften, raffinierten, dünnsten Farbennuancen. Gleichzeitig ergänzt und kompliziert er den Bestand von Formen: in den Vordergrund treten neue, biomorphe Elemente, die sich im Raum des Bildes ungezwungen fühlen, als schwimmen sie über die ganze Oberfläche des Gemäldes. Die Bilder von Kandinsky dieser Periode sind von der Empfindung "der kalten Romantik" fern, in ihnen brodelt und braust das Leben (siehe die Bilder "Himmelblau", 1940, "Complex-Einfache", 1939, "Geordnete Anhäufung", 1938 u.a.).

Der Künstler hat diese Periode seines Schaffens "wahrhaft malerisches Märchen" genannt. In den nachfolgenden Militärjahren werden wegen des Mangels der Materialien die Formate der Bilder immer weniger, bis zu jenem Moment, wenn der Maler erzwungen ist, sich mit der Guasch auf den Pappen des kleinen Formates zu begnügen. Und wieder geratet er in die Ablehnung seiner Kunst vom Publikum und Kollegen. Er entwickelt wieder und vervollkommnet seine Theorie: "Die abstrakte Kunst schafft neben der "realen" Welt eine neue Welt, die von außen betrachtet nichts mit der "Wirklichkeit" zu tun hat. Innen befolgt sie allgemeine Gesetze "der kosmischen Welt". So erscheint neben "der Welt der Natur" die neue "Welt der Kunst" – eine sehr reale, konkrete Welt. Deshalb bevorzuge ich die sogenannte "abstrakte Kunst" die konkrete Kunst zu nennen". Kandinsky zweifelte an seiner "Innenwelt" bis zum Lebensende nicht. Das war der Welt von Gestalten, wo die Abstraktion kein Selbstzweck und die Sprache der Formen nicht "totgeboren" war; sie aus den Willen zur Reichhaltigkeit und Lebenskraft entstanden.